Andreas Feininger

Gepostet am 24. November 2012 in Fotografen | Keine Kommentare

Andreas Feininger wurde am 27. Dezember 1906 in Paris als Sohn des bekannten Malers und Bauhaus-Lehrers Lyonel Feininger geboren. Da sein deutsch-amerikanischer Vater zu diesem Zeitpunkt die amerikanische Staatsbürgerschaft hatte, wurde auch Sohn Andreas per Geburt US-Bürger. Seine deutsche Mutter Julia Berg war ebenfalls als Künstlerin tätig. Beide Eltern waren jüdischen Glaubens. Als Lyonel Feininger ab 1919 Lehraufträge an den Bauhaus-Hochschulen in Weimar und Dessau übernahm, folgte ihm die Famile einschließlich Sohn Andreas und zwei jüngerer Geschwister dorthin.

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Feiningers Fotografie des Carr Fork Canyon im Auftrag der U.S. Behörden, 1942

Nach dem Schulabschluss machte Andreas Feininger eine Ausbildung in der Bauhaus-Tischlerwerkstatt von Walter Gropius und studierte anschließend Architektur in Zerbst in Sachsen-Anhalt. Ab 1929 bis Anfang der 1930er Jahre war Feininger als Architekt in Hamburg tätig, so im Architekturbüro des Kaufhauses Karstadt. Parallel dazu begann er sich für die Fotografie, speziell die Architekturfotografie, zu interessieren, und bildetet sich darin autodidaktisch weiter. Bald hatte Feininger erste Ausstellungen und veröffentlichte Fotoarbeiten in Zeitungen und Zeitschriften, im Stil noch stark vom Bauhaus und der sogenannten „neuen Sachlichkeit“ beeinflusst. 1932 übersiedelte Feininger nach Paris und arbeitete dort ein Jahr lang für den weltberühmten Architekten Le Corbusier. Zwischenzeitlich kehrte er zu seinen Eltern nach Dessau zurück, wo er am Bauhaus die Schwedin Wysse Häg kennenlernte. Als die Nationalsozialisten 1933 in Deutschland die Macht ergriffen, emigrierte Feininger mit Häg nach Schweden, wo sie heirateten. Das Paar lebte in Stockholm, dort wurde 1935 der gemeinsame Sohn Tomas geboren. Die Architektur hatte Andreas Feininger mittlerweile aufgegeben und bemühte sich um Aufträge als Fotograf.

Mit Kriegsausbruch 1939 emigrierte Andreas Feininger mit seiner Familie nach New York City. Dort traf er auch seine Eltern wieder, die ebenfalls in die USA emigriert waren. Für die nächsten 60 Jahre bis zu einem Tod sollte New York City der Wohnsitz von Andreas Feininger bleiben. In New York fasste er schnell Fuß und konnte sich als freier Fotograf etablieren. Waren zunächst Hochhäuser und Stadtansichten seiner Wahlheimat New York bevorzugte Motive, verlegte sich Feininger zunehmend auf die Abbildung menschenleerer Naturlandschaften, von Objekten in der Natur und isolierten Gegenständen. Porträtaufnahmen und überhaupt Fotografien von Menschen gehören zu den Ausnahmen im Werk von Andreas Feininger. Seine Domäne blieb bis zum Ende seines Schaffens die kunstvoll inszenierte Schwarzweiß-Fotografie.

Während des Krieges arbeitete Andreas Feininger als Fotograf für das United States Office of War Information (OWI), 1943 trat er in die Foto-Redaktion des berühmten Magazins „Life“ ein, in der er nahezu 20 Jahrzente lang Mitglied war. Parallel dazu veröffentlichte Feininger rund 40 Sachbücher zur Fotografie, von denen einige bis heute zu Standardwerken für angehende Fotografen gehören. Feininger erhielt im Lauf seiner Karriere zahlreiche Fotografie-Preise, seine Werke befinden sich in bekannten Galerien und Museen wie dem Victoria and Albert Museum in London und dem Metropolitan Museum of Modern Art (MoMa) in New York City.

Andreas Feininger baute insbesondere viele seiner Teleobjektive mit sehr langer Brennweite selbst. So konnte er großen Abstand von seinen Motiven halten und die tatsächlichen Größenverhältnisse beibehalten.
Als wichtigste Voraussetzung für gute Fotos sah er das wahrhaftige Interesse des Fotografen an seinem Motiv an.

Am 18. Februar 1999 starb Andreas Feininger in seiner Wahlheimat New York. Ein Teil seines Nachlasses befindet sich seit 2011 im Zeppelin-Museum in Friedrichshafen am Bodensee.

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