Annie Leibovitz

Gepostet am 23. Dezember 2012 in Fotografen | Keine Kommentare

Die US-amerikanische Starfotografin Anna-Lou „Annie“ Leibovitz wurde am 2. 10. 1949 als Tochter der Tänzerin und Choreografin Marilyn Leibovitz und des Luftwaffen-Stabsoffiziers Sam Leibovitz in der Stadt Waterbury im US-Ostküstenstaat Connecticut geboren. Die in den 2000er Jahren gestorbenen Eltern stammten von jüdischen Einwanderern aus Estland beziehungsweise aus Rumänien ab. Bedingt durch den Dienst des Vaters zog die große Familie, zu der außer Annie noch fünf weitere Kinder gehörten, ständig von einem Militär-Standort zum nächsten.

Annie_LeibovitzAnnie Leibovitz war bereits als Schülerin an der High School von den kreativen Möglichkeiten der Fotografie begeistert. Von 1967 bis 1971 studierte sie Kunstmalerei und Fotografie in San Francisco. Geprägt von den Arbeiten der Fotografen-Legenden Henri Cartier-Bresson (1908 – 2004) und Robert Frank (geb. 1924), die nicht zuletzt durch ihre künstlerischen Schwarz-Weiß-Fotografien epochebildend gewirkt haben, entwickelte Annie Leibovitz als Fotografin einen eigenwilligen Darstellungsstil zwischen Dokumentationsanspruch und künstlerischer Gestaltung.

Dieser Stil verhalf ihr zwei Jahre nach ihrem Hochschulabschluss (Bachelor of Fine Arts) zu einer Stellung als leitende Fotografin beim auf Pop- und Rockkultur spezialisierten, 1967 gegründeten Magazin „Rolling Stone“. Das Magazin wurde insbesondere durch seine fotografischen und typografischen Qualitäten bald selbst zu einen Kunstgegenstand der Popkultur. Annie Leibovitz war bis 1981 wesentlich mitverantwortlich für diese herausragende Sonderrolle des „Rolling Stone“ in der Presselandschaft.

Zu ihrer damaligen Arbeitsmethode gehörte es, mit den Musikern vor dem Foto-Shooting zunächst mehrere entspannte Tage zu verbringen. Das dabei aufgebaute vertraute Verhältnis schlug sich dann in ihren Fotos nieder. Neben ihrer produktiven Arbeit beim „Rolling Stone“, zu der 1975 auch die Begleitung der Rolling Stones bei einer Tournee gehörte, war sie seit 1981 an der Vorbereitung der Gründung des US-Magazins „Vanity Fair“ (Erstausgabe: 1983) beteiligt, für das sie ab 1983 für den Fotografie-Bereich verantwortlich zeichnete.

Berühmt wurden ihre raffiniert inszenierten Fotos von nackten und bekleideten VIPs wie Bette Midler, John Lennon (mit Yoko Ono), Mick Jagger im Fahrstuhl (1975), Whoopi Goldberg in einer mit Milch gefüllten Badewanne, die Blues Brothers mit blauen Gesichtern, der schwangeren Demi Moore (1991) oder der Familie von Barack Obama. Annie Leibovitz wurde auch zu einer begehrten Werbe-Fotografin und gab Produkten von Firmen wie American Express und Pirelli einen unverwechselbaren Präsentations-Touch.

In den 1970er Jahren hatte Annie Leibovitz mit Drogenproblemen (Kokain) zu kämpfen, die sie Anfang der 80er erfolgreich therapieren lassen konnte. 1989 ging sie mit der Regisseurin und Autorin Susan Sontag (1933 – 2004) eine Liebesbeziehung ein. Die beiden Frauen wohnten während der bis Susan Sontags Tod dauernden Beziehung nie zusammen, hatten aber gegenüber liegende Wohnungen. 2001 gebar die 51jährige Annie Leibovitz mit Hilfe einer Samenspende ihre Tochter Sarah Cameron. 2005 folgten die von einer Leihmutter ausgetragenen Zwillingstöchter Samuelle und Susan.

2009 sorgten finanzielle Schwierigkeiten von Annie Leibovitz, bei denen es um Forderungen im zweistelligen Millionenbereich ging, für Schlagzeilen.

 

Foto: Robert Scoble (CC BY 2.0)

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