Der Goldene Schnitt in der Fotografie

Gepostet am 6. November 2012 in Fotoschule | Keine Kommentare

Es erscheint nur logisch – das zentrale Motiv eines Fotos rückt man in die Mitte des Bildes… und fragt sich dann, wieso das Foto noch so gestochen scharf sein kann und trotzdem nicht gut aussieht. Dann wieder gibt es Fotografien, die kein so mittiges Element haben und „genau richtig“ wirken. Das ganze Geheimnis ist der „Goldene Schnitt“, ein genau definiertes Teilungsverhältnis einer Strecke, das seit Jahrhunderten in der Kunst und auch in der Fotografie eingesetzt wird.

Feld in Brandenburg goldener Schnitt

Sowohl Horizont (horizontal) Als Auch Strohballen (vertikal) liegen ungefähr auf den Linien des goldenen Schnittes

Was ist der Goldene Schnitt?
Beim Goldenen Schnitt handelt es sich um eine einfache Regel, die eine Strecke so aufteilt, dass sie auf das menschliche Auge harmonisch wirkt. Eine Teilstrecke macht dabei etwa 60% aus, während die andere nur 40% der Gesamtstrecke einnimmt (die genaue Berechnung ist ungleich Schwieriger). Der Goldene Schnitt lässt sich in der Natur ebenso nachweisen wie bereits in der antiken Architektur; in der Kunst und insbesondere in der Fotografie wird er eingesetzt, um zu bestimmen, welche Position des Motivs ästhetisch stimmig wirken wird. Viele Kameras erledigen diese Arbeit automatisch – wenn nicht, kann man alleine mit der Kenntnis des Goldenen Schnittes viel mehr aus den eigenen Fotos machen.

Wie wird der Goldene Schnitt integriert?
Hochwertige Kameras wie digitale Spiegelreflexkameras integrieren meist die Darstellung des Goldenen Schnittes. Es handelt sich dabei um ein Raster mit insgesamt 9 Feldern, das man vor dem Abdrücken auf dem digital dargestellten Fotomotiv sehen kann. Dort, wo sich die Linien an den Außenrändern überschneiden, liegen die so genannten Goldenen Punkte. Befindet sich das Fotomotiv etwa hier, hat man es gut getroffen und das Bild wird in sich stimmig und ästhetisch wirken. Das Fotomotiv befindet sich dann zwar nicht mehr zentral in der Mitte, doch das ist auch der Sinn der Sache. Wenn die Kamera kein solches Raster einblendet, kann man es sich aber auch ganz einfach denken, indem man sich einen breiten Rahmen vorstellt. Da die meisten Menschen den Goldenen Schnitt ästhetisch und „richtig“ empfinden, fällt es nicht schwer, ein Gefühl dafür zu entwickeln. Häufig hilft es, einige Schnappschüsse probehalber anzufertigen, in denen man damit spielt, wo das Fotomotiv sitzt. Je weiter es an einen Bildrand rückt, desto stimmiger werden die Fotos wirken – und irgendwann kommt man schließlich auf den Goldenen Schnitt. Diesen gibt es jeweils für die Längs- und die Querseite des Fotos, denn beide Strecken lassen sich in den 60%- und den 40%-Teil aufsplitten, die als Maior und Minor bezeichnet werden.

Der Goldene Schnitt ist noch nicht alles
Wenn der Fotograf nun also seinen Hund fotografieren will, wie er in der Wiese spielt, müsste sich der Hund entweder weiter oben oder weiter unten im Bild befinden. Je nach Fotomotiv gibt es unterschiedliche Tipps und Tricks, mit denen man ein stimmiges Foto schießen kann. Wenn beispielsweise Himmel in Reichweite ist, ist er perfekt, um die oberen Abschnitte eines Fotos auszufüllen, während im Bereich des unteren Goldenen Schnittes das eigentliche Motiv zu sehen ist. Letztendlich hilft es, zu experimentieren und selbst herauszufinden, wie ein Foto unter Berücksichtigung des Goldenen Schnittes gut aussehen kann.

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