Fotografieren im Winter

Gepostet am 6. November 2012 in Fotoschule | Keine Kommentare

Es ist Herbst und der Winter steht vor der Tür. Er wird sich in verschiedenen Facetten zeigen: Trüb, grau, dunkel und feucht auf der einen Seite und hell, weiß, strahlend auf der anderen. Während Städte oft im Matsch versinken, ist insbesondere die Bergwelt von strahlendem Weiß erfüllt.

So unterschiedlich diese Facetten ausfallen und so sehr sie für den Fotografen Einfluss haben, zwei Dinge haben sie beide gemeinsam:

Kälte und Feuchtigkeit

Betreten bei Eis und Schnee verbotenUnd so sind wir zunächst bei den banalen Dingen: der richtigen Kleidung. Hier bieten sich Fingerhandschuhe mit offenen Fingerkuppen, auch „Fingerlinge“ genannt an. Hier muß man einen Kompromiss finden zwischen Schutz vor Kälte und ausreichendem Tastgefühl.
Da ein Kompromiss niemals ein Optimum sein kann, habe ich an richtig kalten Tagen auch schon folgendes Setup genutzt:
Fingerlinge (aus Wolle, noch besser wäre Neopren), die möglichst eng anliegen. Darüber etwas zu große fellgefütterte Handschuhe. Letztere werden mit einem Gummiband am Jackenärmel oder auch Handgelenk befestigt (es gibt auch einige wenige Funktionsjacken die darauf vorbereitet sind). Beim Fotografieren kann man so die äußren Handschuhe ausziehen (auch ggf. länger) und „baumeln“ lassen.

Die sonstige Kleidung sollte warm sein aber auch nicht die Bewegung beschränken und man sollte nicht unnötig ins Schwitzen geraten. Die Kleidung sollte folglich atmungsaktiv sein und trotzdem Isolation bieten. Lassen Sie sich hier am besten in einem Outdoor-Laden beraten. Bewährt hat sich ausserdem das Zwiebelschalenprinzip: Mehrere Kleidungsstücke übereinander. Dabei darauf achten, eine etwas größrere Fototasche (bzw. besser Rucksack – s.u.) mitzunehmen, damit man z.B. den Pullover hinein bekommt.

Schuhe sollten weitestgehend Wasserdicht sein und darüber hinaus ausreichend Fütterung haben. Warme Füße können eine ganze Menge Kälte an anderen Körperteilen ausgleichen.

Zur Fotoausrüstung: Von Fototaschen rate ich eher ab – besser sind Rucksäcke oder Slingpacks. Gerade bei „dicker“ Kleidung rutschen die Taschen gerne von der Schulter und sind zudem unangenehm zu tragen. Er sollte groß genug und nicht vollgepackt sein, damit man auch ein Kleidungsstück darin unterbringen kann, falls es doch zu warm wird (s.o.). Im Gegensatz zu Fototaschen haben die meisten Rucksäcke zudem eine Wetterhaube. Die ist wichtig, um die Ausrüstung vor Nässe zu schützen.

Die Leistung von Akkus und Batterien sinkt bei niedrigen Temperaturen. Nehmen Sie deshalb genügend Ersatz mit und tragen Sie diesen am besten nah am Körper.

Extreme Kälte ist auch ansonsten nicht gut für die Ausrüstung. Aber keine Angst – auch moderne digitale Kameras halten extreme Bedingungen leichter aus als man denken sollte. Lesen Sie einmal in ihrer Bedienungsanleitung nach, welche Temperaturen empfohlen werden. Wenn möglich verstauen Sie alles so, dass alles möglichst an ihrem Körper anliegt, während zusätzliche Kleidung etc. die Ausrüstung abdeckt.

Ein Problem im Winter ist Kondenswasser. Vor allem beim Wechsel zwischen warm und kalt tritt dies auf, wenn also die Kamera z.B. in einer Skihütte aufwärmt. Nachdem Sie einen warmen Raum betreten haben, prüfen Sie, ob Ihr Fotorucksack nicht in der Näher einer Heizung steht und er ausreichend belüftet ist. Der Rucksack sollte aber besser zu bleiben, da das Aufwärmen somit verlangsamt wird. Prüfen Sie ihre Ausrüstung am besten vor dem Aufbruch und trocknen Sie diese ggf. etwas ab. Nehmen Sie dazu aber nicht das Objektiv ab, ansonsten beschlägt auch der Sensor.

Besonders unangenehm ist es, wenn Kondenzwasser in die Kamera oder in das Objektiv eindringt. Bei Objektiven sind Festbrennweiten-Objektive ggf. besser gegen Kondenswasserproblemen betroffen, da Zoomobjektive ggf. die unterschiedlich warme Luft noch in das Objektiv pumpen. Zugegebenermaßen spielt aber in diesem Punkt die Verarbeitung der Objektive eine deutlich größere Rolle.

Ich packe mir ausserdem immer Trocknungsmittel wie z.B. Silicagel in den Rucksack. Dazu sammle ich die kleinen Tütchen aus allerlei Lieferungen und tue sie dann im Winter (oder feuchtem Wetter) strategisch verteilt zwischen die Ausrüstung.

Nicht fehlen sollten natürlich Linsenreinigungstücher. Aber Achtung, auch diese können feuchtigkeit sammeln. Deshalb am besten etwas entfernt von der Ausrüstung transportieren.

Doch nun zum eigentlichen Thema:

Fotografieren im Winter

Schnee ist eine besondere Hrausforderung, bietet aber auch viele Möglichkeiten für Fotografen. Häufig finet man bei sonnigem Wetter große Unterschiede der Helligkeit und hohe Kontraste, aber Schnee kann auch als großer Reflektor wirken. Auch lange Schatten durch die (fast den ganzen Tag) tief stehende Sonne können reizvoll sein.

Generell sollte die Helligkeit beachtet werden. Eine weiße Schneelandschaft ist eigentlich nur eine große weiße Fläsche, welche das Licht sehr stark reflektiert. Hier bekommen die meisten automatischen Belichtungsmesser Probleme, was dazu führt, dass die Kamera zu kurz belichtet.

Das Histogramm der Kamera gewinnt beim Fotografieren im WinterBei einer Winterlandschaft sollte man darauf achten, dass das Histogramm auf keiner von beiden Seiten ansteigt, denn eine gleichmäßige Verteilung zeigt, dass viele Details dargestellt werden.

Evtl. kann eine Korrektur (z.B. + 1 EV) vorgenommen werden. Auch sollte die Blende möglichst weit geöffnet sein, der ISO Wert sollte möglichst niedrig gewählt werden.
Der Weißabgleich arbeitet bei Schnee nicht unbedingt zuverlässig. Auch hier ist darauf zu achten, dass die richtige Einstellung gewählt ist.

All das zeigt schon: Man sollte bei Aufnahmen in Schnee und Eis den manuellen Modus einer Kamera wählen. Ausserdem empfiehlt es sich im RAW Modus zu fotografieren, denn hier können einige Einstellungen, insbesondere die Belichtung, noch besser nachgezogen werden.

Bildgestalltung im Winter

Das schöne an Schnee ist seine Neutralität. Beim Fotografieren von verschneiten Landschaften lassen sich so besser markante Objekte hervorheben bzw. isolieren. Wenn um ein Objekt nur Schnee liegt, lenkt auch nichts anderes von diesem Objekt ab.

GD Star Rating
loading...
Fotografieren im Winter, 5.0 out of 5 based on 1 rating

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.