Helmut Newton

Gepostet am 27. Dezember 2012 in Fotografen | Keine Kommentare

Der Fotograf Helmut Newton wurde 1920 als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Fabrikanten in Berlin geboren.

Schon während seiner Schulzeit interessierte sich Helmut Newton für Fotografie und mit 12 Jahren erwarb er seinen ersten Fotoapparat. So musste er die Schule dann auch wegen mangelnder Leistungen vorzeitig verlassen. Anschließend begann Newton eine Fotografenausbildung bei der bekannten Berliner Modefotografin Yva. Ihr eigentlicher Name lautete Elsa Simon. Sie wurde später von den Nationalsozialisten verfolgt und im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Aufgrund der politischen Lage verließ Helmut Newton Deutschland und reiste zunächst nach Singapur. Hier begann er als Bildreporter für die Zeitung „The Straits Times“ wurde jedoch bereits nach 2 Wochen entlassen. Im gleichen Jahr verließ Newtons Familie Deutschland in Richtung Südamerika.

Im Jahr 1940 übersiedelte Newton nach Australien. Während des fünfjährigen Militärdienstes, den er hier absolvierte, wurde der Fotograf als LKW-Fahrer und Streckenarbeiter eingesetzt. Anschließend gründete er ein Fotostudio. 1948 heiratete Helmut Newton dann die Schauspielerin June Brunnel, eigentlich June Browne. Mit ihr blieb er bis zu seinem Lebensende zusammen. June Brunnel startete in den 70er Jahren selbst eine erfolgreiche Karriere als Fotografien unter dem Namen Alice Springs.

Anfang 1960 zog das Paar nach Paris: hier begann seine Karriere als international gefragter Fotograf. Zunächst erschienen in der französischen Vogue regelmäßig Modefotografien von ihm, die italienische und amerikanische Vogue folgten. Auftragsarbeiten von Elle, Marie Claire und anderen Modemagazinen schlossen sich an. Schnell wurde Newton zu einem der bekanntesten und gefragtesten Modefotografen und sollte dies für die nächsten 25 Jahre bleiben.

Seine Fotografien wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt und Helmut Newton erhielt viele Auszeichnungen und Preise. Sein erster Bildband erschien 1976: „White Women“ und erhielt gleich den renommierten Kodak-Fotobuchpreis.

Im Jahr 1981 verlegten Helmut und June Newton ihren Wohnort von Paris nach Monaco. Die Wintermonate verbrachten sie dagegen in Los Angeles.

1992 erfolgte die Auszeichnung Newtons zum „Officier des Arts, Lettres et Sciences“ in Monaco und ihm wurde das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

Helmut Newton gilt als einer der bedeutendsten und beliebtesten Fotografen des zwanzigsten Jahrhunderts. Dennoch sind seine Arbeiten nicht unumstritten. Im Mittelpunkt seines Werkes steht der menschliche Körper. Seine Werke zeigen häufig Akte oder Halbakte in inszenierten Bildern, denen nachgesagt wird, dass sie eine gewisse Kälte ausstrahlen. Sie bewegen sich im Zwischenraum von Akt- und Modefotografie. Heben die einen die glatte Ästhetik der Aufnahmen hervor, die Provokation und das Revolutionäre, so kommt von feministischer Seite dagegen Kritik und der Vorwurf der Frauenverachtung.

Daneben schuf Helmut Newton eine Reihe vielbeachteter Porträts von Schriftstellern, Künstlern und Schauspielern.

Helmut_Newtons_GrabHelmut Newton starb 2004 im Altern von 83 Jahren bei einem Autounfall in Los Angeles. So wie es seinem Wunsch entsprach, wurde er in seiner Heimatstadt Berlin begraben. Dort liegt seine Urne jetzt in Berlin-Friedenau, in Nachbarschaft zum Grab von Marlene Dietrich.

Foto: Rlbberlin (Wikipedia / CC BY-SA 3.0)

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