Steven Meisel

Gepostet am 1. November 2012 in Fotografen | Keine Kommentare

Steven Meisel ähnelt im fotografischen Selbstporträt ein bisschen dem Jack Sparrow, den Johnny Depp so unvergleichlich in „Pirates of the Carribean“ dargestellt hat. Doch im Unterschied zu dem durchgeknallten Piraten blickt Steven Meisel in gepflegt gestyltem Outfit in die Kameralinse. Kein Wunder, gilt er doch als einer der bedeutendsten Modefotografen unserer Zeit.

Steven Meisel gilt heute als Ikone der modernen Modefotografie. Er hat jedes einzelne Magazincover der italienischen Vogue-Ausgabe fotografiert. Der 1954 in New York geborene Modefotograf war für manchen Skandal gut, die seine Fotoserien begleiteten. Anlass waren die allzu freizügigen Bilder, denen man gelegentlich sogar eine Nähe zur Pornografie nahe legte. Der junge Steven Meisel hatte schon im Kindesalter Interesse an Mode und Schönheit gezeigt. Er zeichnete ständig Mode und Frauen statt sich um seine Spielzeuge zu kümmern. In Hochglanzmagazinen wie Vogue oder Harper’s Bazaar fand er Vorbilder. Als 12jähriger war er förmlich besessen von den Models der damaligen Zeit und wollte Twiggy unbedingt persönlich kennen lernen. Er unternahm sogar jede Anstrengung, das auch in die Tat umzusetzen.

Als junger Mann hatte Steven Meisel zunächst die Parsons School of Design besucht, der er länger verbunden blieb. Er war eine Zeit lang dort sogar nebenberuflich als Privatdozent tätig. Sein Abschluss in Modezeichnung verstellt den Blick auf andere Studieninhalte, denen er auf der Suche nach seinem eigentlichen Metier gefrönt hatte. Anschließend versuchte Steven Meisel, sich als Modezeichner bei einem Modelabel zu verdingen und war anschließend für ein Frauenmode-Magazin namens „Women’s Wear Daily“ als Mode-Illustrator tätig. Die zeitgemäßere Modefotografie gelangte erst ab 1980 zunehmend in den Fokus des jungen Mannes. Dann aber interessierte sich Steven Meisel zunehmend für fotografische Aufnahmen. Er verstand die Modezeichnung als überkommen. Models wie Naomi Campbell oder Kristen McMenamy, die damals noch unbekannt waren, standen vor seiner Kamera. Modebewusste Popstars wie Madonna oder Lisa Marie Presley empfing er in seinem Studio. Es lag nahe, dass Meisel auch für Aufnahmen engagiert wurde, die die CD-Covers solcher Stars zierten.

Nicht in allen Ländern wusste man die Modefotografie Steven Meisels gleichermaßen zu schätzen. Er provozierte gerne und setzte die Waffen der fotografierten Frau auf eine Art und Weise ein, die man ihm gelegentlich als obszön auslegte. Geschadet haben ihm die Diskussionen um seine Fotos nicht. Sie schadeten auch nicht seinem fotografischen Objekt, das im Gegenteil auf größtes Publikumsinteresse zählen konnte, wenn Steven Meisel die Kamera führte. Als erfolgreichster Modefotograf unserer Zeit zu gelten, erlaubt einem eben manches, was anderen nicht durchgeht.

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