Vögel im Flug fotografieren

Gepostet am 3. Januar 2013 in Fotoschule | Keine Kommentare

Silberreiher und Kranich im Flug fotografiert. Wer Vögel im Flug fotografieren möche, sollte einige grundlegende Techniken beachten. Generell ist der Flug eine (teilweise sehr schnelle) Bewegung, die „eingefroren“ werden will.

Kraniche im Flug

Demzufolge sollte die Belichtungszeit möglichst kurz sein (also höhere Zahl). 1/400 ist bei Vögeln im Gleitflug das absolute Minimum. Gerade bei Flügelschlag sollten idealerweise Belichtungszeiten um die 1/2000 sek verwendet werden.

Am besten benutzt man also immer die kürzeste Belichtungszeit, die bei den jeweils herrschenden Lichtverhältnissen möglich sind. Dazu sollte die Blende also weit offen sein und ggf. eine etwas höhere ISO-Einstellung gewählt werden. Aber Achtung: hohe ISO Werte erzeugen bekanntermaßen stärkeres Rauschen und dieses ist leider bei gleichmäßigem Himmel als Hintergrund besonders stark zu sehen. Je nach Kameratyp kann man hier auch mit aktiviertem Auto-ISO arbeiten, sollte aber beobachten, wie hoch die Kamera den Wert regelt.

Um Tiefenschärfe zu erreichen kann man mit einer f/5.6 Blende beginnen, wenn das Objektiv es hergibt, kann man z.B. auf f2.8 heruntergehen, um die kurze Belichtungszeit zu erreichen.

SilberreiherDie Fokuseinstellung sollte auf Kontinuierlichen Autofokus (AF-C) eingestellt werden. Mit dieser Einstellung wird der Autofocus ständig nachgeführt. Das ist wichtig bei schnell bewegenden Objekten – in der Sportfotografie aber auch in der Tierfotografie. So muß auch der Auslöser, nicht wie üblich halb durchdgerückt werden. Die AF-C Priorität stellt man am besten auf “Auslöser”, dadurch wird auch fotografiert wenn der Vogel gerade den Fokus verlassen hat.

Einige Objektive besitzen einen “5m to infinity” Schalter der dazu dient, dass die Linse erst ab 5m Entfernung versucht zu fokussieren. Ist diese Einstellung aktiviert, erhöht dies die Geschwindigkeit des Autofokusmechanismus.

Um den Vogel möglichst optimal im Bild zu halten, sollte das Tier möglichst früh (im Anflug) „verfolgt“ werden. Hier hat auch der kontinuierliche Fokus die besten Chancen sich optimal einzustellen. Beim Auslösen sollte die Kamera ggf. (wenn der Vogel nicht direkt auf einen zufliegt) noch etwas nachgezogen werden.

Reiher nach dem Start - Vogel im Flug

In der Regel sollte ein Teleobjektiv benutzt werden. Besonders seltenere Vögel haben eine hohe Fluchtdistanz. Ab einem bestimmten Punkt, auf den sich der Mensch annähert ergreifen sie schlagartig die Flucht. Ein Objektiv der Brennweite 55-200mm ist schon sehr hilfreich. Sollen aber kleinere Vögel oder Vögel mit sehr großer Fluchtdistanz fotografiert werden, darf es gerne 300 mm oder auch mehr sein.

Aber Achtung, die großen Brennweiten sind ungleich schwerer zu fokussieren. Ein 600 mm Objektiv ist ohne Stativ nicht mehr zu stabilisieren. Hier arbeitet man am besten mit einem Einbeinstativ. Damit kann man die Kamera noch ganz gut nachziehen, hat aber trotzdem eine häufig ausreichende Stabilität.

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