Das Zwiebelprinzip

Gepostet am 4. Januar 2014 in Ausrüstung | Keine Kommentare

Die Bezeichnung „Zwiebelprinzip“ hat wohl jeder schon einmal gehört.
Mehrere Kleidungsstücke übereinander zu tragen, ist heutzutage üblich und viele Menschen glauben, dass diese schlichte Tatsache damit gemeint sei.
Doch was bedeutet es genau, sich nach dem Zwiebelprinzip zu kleiden?
Wie funktioniert es und was gilt es dabei zu beachten, insbesondere bei sportlichen Aktivitäten?

Wie die verschiedenen Schichten einer Zwiebel, so baut auch das nach ihr benannte Kleidungssystem auf einer ausgeklügelten Anordnung mehrerer Teile auf.
Diese besteht temperatur- und wetterabhängig aus Kleidungsstücken unterschiedlichen Materials sowie unterschiedlicher Länge und Dicke. Auch Art und Intensität der geplanten körperlichen Aktivität müssen berücksichtigt werden.

Grundsätzlich werden mindestens 3 Komponenten benötigt:

Die Basis-, die Isolations- und die Schutzschicht.

Die Basisschicht hat die Aufgabe, den Schweiß vom Körper abzutransportieren und für ein möglichst trockenes Hautklima zu sorgen.
Sie sollte körpernah, aber dennoch bequem geschnitten sein und kann z. B. aus Merinowolle oder Kunstfasern wie Polyester oder Polypropylen bestehen. Auch Materialkombinationen aus Merinowolle und Funktionsgewebe sind erhältlich.
Diese Schicht ist nahezu immer zu empfehlen, einzig bei sehr hochsommerlichen Temperaturen kann von ihr abgesehen und auf lockeres Baumwollgewebe ausgewichen werden, was zwar zu mehr Schweißnässe, gleichzeitig aber auch zur besseren Kühlung des Körpers führt. Zu beachten ist dann allerdings, dass bei Pausen oder starkem Wind eine winddichte Weste getragen werden sollte, um ein Auskühlen des Körpers zu verhindern.

Die Isolationsschicht besteht aus einer in Dicke und Material den Witterungsverhältnissen angepassten Zwischenschicht. Geeignete Kleidungsstücke sind z. B. eine Fleecejacke oder ein (dünner) Wollpullover.
Aufgabe dieser Schicht ist es, den Körper warm zu halten; die Isolationsschicht soll die vom Körper erwärmte Luft zwischen sich und der Basisschicht speichern und dabei dennoch den Abtransport von Feuchtigkeit nach außen zulassen.

Die Schutzschicht schließlich soll den Körper vor dem Eindringen von Kälte, Wind, Nässe aber auch Schmutz schützen. Bei trockenem Wetter ist z. B. eine Softshelljacke gut geeignet, denn sie ist relativ leicht, winddicht und dennoch atmungsaktiv.
Bei Regen benötigt man eine Hardshelljacke, die winddicht, wasserdicht und atmungsaktiv sein sollte. Je nach Außentemperaturen kann diese Schicht auch gefüttert sein, so dass der Körper, insbesondere bei Pausen, gut warm gehalten werden kann.

Bei Outdooraktivitäten ist es besonders wichtig, dass alle Komponenten der Kleidung leicht, funktional, robust, gut geschnitten und bequem sowie gut wechsel- und verstaubar sind.
Insbesondere im Gebirge muss man auf verschiedene Wettersituationen vorbereitet sein, daher kann es notwendig werden, mehrere Austauschelemente mitzunehmen.
Es gibt clevere Lösungen mit abzippbaren Ärmeln oder Hosenbeinen, die Platz im Rucksack sparen und schnell und unkompliziert gewechselt werden können.

Gut und funktionell nach dem Zwiebelprinzip ausgerüstet, kann das Abenteuer starten!

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