Die Entdeckungen des Marco Polo

Gepostet am 4. Januar 2014 in Entdecker der Weltgeschichte | Keine Kommentare

Marco Polo wurde um das Jahr 1254 in Venedig als Sohn eines aus Dalmatien stammenden Juwelenhändlers geboren.

Bereits 1260 unternahmen sein Vater und sein Onkel eine Handelsreise in Richtung Osten, die sie unter anderem auf die Halbinsel Krim führte. Im weiteren Verlauf ihrer Reise erreichten sie das Gebiet der Goldenen Horde, von wo aus sie kriegsbedingt bis nach Buchara (Usbekistan) gelangten. Nach dreijährigem Aufenthalt bot sich ihnen die Möglichkeit, das Gebiet mit einer persischen Gesandtschaft in Richtung Peking zu verlassen, wo sie ein Jahr später eintrafen und sogar Bekanntschaft mit dem Großkhan machten. Mit einer Nachricht des Großkhans an den Papst im Gepäck reisten sie schließlich wieder zurück nach Italien.

Marco Polo1271 traten sie ihre zweite Reise nach Peking an; diesmal war auch der junge Marco Polo mit von der Partie.
Nach einem Halt in Jerusalem, wo die Polos gesalbtes Öl für den Großkhan erwarben, führte die Reise über die iranischen Städte Täbris, Saweh, Yasd und Kerman nach Quamadin (heute zerstört) und schließlich in die Stadt Hormus (das heutig Minab). Diese Stadt war ein wichtiger Umschlagplatz für Gewürze, Edelsteine, Perlen, Seidenstoffe und Elfenbein; sie beeindruckte Marco Polo besonders.
Von Hormus aus sollte die Reise nach China über den Seeweg fortgesetzt werden, doch der schlechte Zustand der verfügbaren Schiffe zwang die Reisenden zu einem Umweg.
Dieser führte die Familie Polo über die Ruinen der Stadt Balch, wo Marco Polo die Überreste herrlicher Paläste und Marmorvillen sah, nach Taluquan (Afghanistan). Dort beeindrucken ihn die goldfarbenen Reisfelder, die Bewässerungskanäle und die Alleen aus Pappeln.

Über Faisabad, Eschkaschem und Qala-e Pandscha erreichen die Polos 1274 die Stadt Kaschgar.
Von dort aus ging die Reise weiter entlang der Seidenstraße in die Oasenstadt Nanhu. Marco Polo berichtet hier über ein interessantes Phänomen: Man höre geisterartige Stimmen und trommelnde Musik.
Heute ist über diese Sinnestäuschungen bekannt, dass sie durch den pfeifenden Wüstenwind bzw. durch Sand, der in den Dünen weht, verursacht werden.

In Shazhou (das heutige Dunhuang), einer Oasenstadt, gab es ein großes buddhistisches Zentrum. Hier sah Marco Polo erstmals eine große Anzahl chinesischer Menschen.
Auf die Reiseetappen Anxi, Yumen und Zhangye folgte 1275 Shangdu als eigentliches Ziel der Reise.
Dort traf Marco Polo schließlich den Herrscher der Mongolen: Kublai Khan, ein Enkel Dschingis Khans.
Papst Gregor X. hatte die Reisenden offiziell beauftragt, den Großkhan vom Christentum zu überzeugen und ihn als Bündnispartner zu gewinnen.

Kublai Khan machte Marco Polo zu seinem Präfekten. In dieser Funktion bereiste dieser ganz China; er berichtet von der Stadt Dali, wo rohes Schweinefleisch mit Knoblauch und Sojasoße gegessen wird, was er als „barbarisch“ bezeichnet.
In Yangzhou besichtigte Marco Polo die zahlreichen Handwerksbetriebe, wo Harnische für die Armee des Khan hergestellt wurden.
Quinsai (das heutige Hangzhou), Marco Polos Lieblingsstadt, bot ihm den Anblick prächtiger Paläste; es gab öffentliche Warmbäder und einen Hafen mit regem Handelsbetrieb.
Als „Cipangu“ wird auch Japan erstmals in seinem Reisebericht erwähnt.

Die Polos blieben bis 1291. Als Eskorte einer mongolischen Prinzessin brachen sie schließlich auf dem Seeweg von Quanzhou in Richtung Persien auf.
Die Reise führte sie auch über Sumatra und Ceylon, wo Marco Polo Aufzeichnungen über die dort lebenden Kulturen vornahm.
Nach 18 Monaten erreichten sie den Hafen Hormus in Persien. Im Jahre 1295 endlich kehrten die Polos nach Venedig zurück. Besonders gerne berichtete Marco Polo über seine Entdeckungen, wobei die meisten Venizianer seinen Geschichten keinen Glauben schenkten.

1298 nahm Marco Polo als Flottenkommandant an einem Seekrieg gegen Genua, den Erzfeind Venedigs, teil. Dort geriet er in Gefangenschaft.
Sein Mithäftling Rustichello da Pisa drängte ihn dazu, ihm seine Reise nach Fernost zu diktieren. Das Ergebnis war das Buch „Le divisament dou monde“ („Die Aufteilung der Welt“). Die darin enthaltenen Entfernungsangaben wurden unter anderem von Gelehrten zur Erstellung von Kartenmaterial verwendet. Auch Christoph Kolumbus nutzte später diese Entfernungsangaben.

Nach seiner Haftentlassung 1299 heiratete Marco Polo Donat Badoer, mit der er 3 Töchter bekam.
1324 starb Marco Polo in Venedig.

Als Reaktion auf die Aufforderung seiner Kritiker, die ihm die „Lügengeschichten“ über seine Reise nicht abnahmen, sollen seine letzten Worte gewesen sein, er habe nicht einmal die Hälfte dessen erzählt, was er gesehen habe.

GD Star Rating
loading...

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.