Prinz Heinrich, genannt der Seefahrer – obwohl er nie zur See fuhr

Gepostet am 6. Januar 2014 in Entdecker der Weltgeschichte | Keine Kommentare

Heinrich der Seefahrer wurde in Porto am 4. März 1394 geboren. Als vierter Sohn von König Johann I. und Philippa von Lancaster war er Infant von Portugal, jedoch ohne Chance auf die Krone. So widmete er sich der Seefahrt, eine Leidenschaft, die ihn nicht mehr loslassen sollte. Heinrich selbst hat an keiner Expedition teilgenommen, war aber ein Förderer für den Schiffsbau und die Nautik und wurde deshalb „Seefahrer“ genannt.

Die frühen Jahre ab 1415
Heinrich der SeefahrerSeine erste Bewährungsprobe erhält Heinrich 1415, als Portugal die Küstenstadt Ceuta auf dem afrikanischen Kontinent erobert, die heute zu Spanien gehört. Dieser Kreuzzug gegen die islamische Handelsstadt markiert einen Wendepunkt in seinem Leben und die eroberten Güter von arabischen Karawanen aus Afrika weckten von nun an seine Neugier. Vor allem interessiert den 21-jährigen der Seeweg nach Zentralafrika. Schon ein Jahr später entsendet Heinrich eine Flotte. Wiederentdeckt wurde die Insel Porto Santo, die zu Madeira gehört. 1419 wird ein bedeutsames Jahr im Leben des Infanten: Er wird Herzog der Provinz Viseu, Gouverneur der südlichen Provinz Algarve und Anführer des aus dem Templerorden nachfolgenden Christusordens. In den Jahren 1419 bis 1425 widmet sich Heinrich der Besiedlung der gesamten Madeirainseln sowie von 1427 bis 1431 der Azoren.

Die Umrundung des „Kap des Schreckens“
1433, also nur zwei Jahre später, erhält der Infant die Azoren, Madeira und kurze Zeit später auch die Kapverden als Lehen. Jetzt konnte Heinrich mehrere Entdeckungsreisen entlang der afrikanischen Atlantikküste finanzieren. Namen wie beispielsweise die Elfenbeinküste, Sklavenküste oder Pfefferküste dokumentieren, mit was gehandelt wurde. 1434 ist sein Kapitän Gil Eanes wohl der erste Weiße, der die schwierige Umrundung des Kap Bojador meistert. 1435 erreichen Gil Eanes und Alfonso Gonçalves Baldaia die afrikanische Goldküste, heute Ghana. 1437 jedoch scheitert ein Feldzug Heinrichs, der Tanger in Nordafrika erobern wollte, genauso wie der Sieg über die Kanarischen Inseln.

1444 rücken die Ziele immer in größere Ferne
Durch verbesserte Schiffsbauten kann nun der Senegalfluss befahren werden. Auch wird Kap Verde erreicht und das heutige Guinea sowie Senegal. Heinrich gründet daraufhin die Companhia de Lagos und damit das Handelsmonopol mit Afrika. 1446 schließlich wird auch der Gambia-Fluss und die Kapverdischen Inseln entdeckt. In den Jahren 1455/56 gelang der Vorstoß zur Guinea-Küste und 1460 erreichte seine Flotte die Küste von Sierra Leone.

Am 13. November 1460 stirbt Heinrich im portugiesischen Sagres, wo er 40 Jahre lang gelebt hat.

Es ranken sich viele Mythen um Heinrich. Er liebte ein aufwändiges Leben und war sein ganzes Leben lang verschuldet. Auch wenn seine Leidenschaft der Nautik und der Schiffskonstruktion gehörte, wird sein Interesse daran hauptsächlich dem persönlichen Erfolg und politischen Machtzuwachs zugerechnet. Verbürgt ist, dass er ein Pionier war und es durch seine Entdeckungen Vasco Da Gama und Christoph Kolumbus den Weg wiesen, um eine neue Welt zu entdecken.

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